Gegen das Verschwinden – Strukturen des Wandels

Als „visuelle Archäologinnen unserer Gegenwart“ verstehen sich die Künstlerinnen Contessa Roberts und Utschka. Sie haben sich einem genauen, geradezu investigativen Blick verschrieben – auf Details ebenso wie auf globale Entwicklungen. Wie sich dieser ambitionierte Anspruch in Kunst niederschlägt, das zeigen sie in der Doppelausstellung „Gegen das Verschwinden – Strukturen des Wandels“ von Sonntag, 5. Juli, an in der Amthof-Galerie Bad Camberg, mit Vernissage am Vorabend. Trotz unterschiedlicher Medien, Skulptur und Fotografie, verbindet die beiden Künstlerinnen aus dem Raum Aschaffenburg der Drang zur Gesellschaftsanalyse aus alternativen Perspektiven heraus.

Survivor - Utschka
Venusfliegenfalle - Utschka

Utschka, mit bürgerlichem Namen Uschi Zöller und mit vielfältigen Hintergründen als Make-up-Artistin und Grafikdesignerin ausgestattet, greift in ihren plastischen Arbeiten aus Ton und Porzellan gerne die Welt unter der Meeresoberfläche auf. Als passionierter Taucherin entdeckt sie dort immer wieder neue Inspiration und am Strand gelegentlich Angeschwemmtes, das ebenfalls seinen Weg in ihre Kunst findet. Passend zur ewigen Bewegung des Meeres erscheint die Natur in ihrem Werk als dynamisches Gefüge von Werden und Vergehen. Im Kontrast von Vitalität und Verfall wird deutlich, dass Schönheit kein stabiler Zustand ist, sondern ein fragiles, gefährdetes Gut.

Rochenei-Nixentasche - Utschka
Weißer Raucher - Utschka
Contessa Roberts - Stars (2022)

Contessa Roberts ist eine deutsch-amerikanische, freischaffende Fotokünstlerin und Kunsthistorikerin. Sie lebt und arbeitet im Raum Aschaffenburg.

Ihr künstlerischer Werdegang begann mit Unterricht in Fototechnik und Gestaltung bei einem Fotografen und Kameramann, der sie als Mentor begleitete. Nach ihrem Studium der Kunstgeschichte, Klassischen Archäologie und Ethnologie in Frankfurt am Main und Heidelberg (M.A.) promovierte sie in Kunstgeschichte in Freiburg im Breisgau.

Parallel zu ihrer Tätigkeit als freie Kulturdienstleisterin – unter anderem in den Bereichen Kulturvermittlung, Kuration und historische Forschung – schuf sie ein künstlerisches Œuvre, das sich von differenzierten Landschaftsportraits hin zu zunehmend abstrakt-strukturellen Inhalten entwickelte.

Ein zentrales Element vieler Arbeiten ist die Transformation des Dargestellten. Innerhalb dieses Prozesses findet ein inneres Zwiegespräch mit dem Motiv statt: Es wird seziert, neu interpretiert oder erhält eine völlig eigenständige Identität.

Ihre Werke beziehen sich auf vielfältige Sujets, wie etwa Mythen, die Natur, das alltägliche Leben sowie – mit wachsender Bedeutung – soziologische und politische Kontexte. Dabei ist die Wechselwirkung von Titel und Bild ein unverzichtbarer Bestandteil der Gesamtkomposition. Häufig fließt zudem die intensive Auseinandersetzung mit literarischen, filmischen und musikalischen Impulsen in ihr Werk ein.

Contessa Roberts - Acheloos (2024)

Die Vernissage beginnt am Samstag, 4. Juli, um 17 Uhr. Die Ausstellung ist bis zum 26. Juli jeweils sonntags von 11 bis 17 Uhr in der Amthof-Galerie Bad Camberg geöffnet. Der Eintritt ist frei.