Als „visuelle Archäologinnen unserer Gegenwart“ verstehen sich die Künstlerinnen Contessa Roberts und Utschka. Sie haben sich einem genauen, geradezu investigativen Blick verschrieben – auf Details ebenso wie auf globale Entwicklungen. Wie sich dieser ambitionierte Anspruch in Kunst niederschlägt, das zeigen sie in der Doppelausstellung „Gegen das Verschwinden – Strukturen des Wandels“ von Sonntag, 5. Juli, an in der Amthof-Galerie Bad Camberg, mit Vernissage am Vorabend. Trotz unterschiedlicher Medien, Skulptur und Fotografie, verbindet die beiden Künstlerinnen aus dem Raum Aschaffenburg der Drang zur Gesellschaftsanalyse aus alternativen Perspektiven heraus.
Utschka, mit bürgerlichem Namen Uschi Zöller und mit vielfältigen Hintergründen als Make-up-Artistin und Grafikdesignerin ausgestattet, greift in ihren plastischen Arbeiten aus Ton und Porzellan gerne die Welt unter der Meeresoberfläche auf. Als passionierter Taucherin entdeckt sie dort immer wieder neue Inspiration und am Strand gelegentlich Angeschwemmtes, das ebenfalls seinen Weg in ihre Kunst findet. Passend zur ewigen Bewegung des Meeres erscheint die Natur in ihrem Werk als dynamisches Gefüge von Werden und Vergehen. Im Kontrast von Vitalität und Verfall wird deutlich, dass Schönheit kein stabiler Zustand ist, sondern ein fragiles, gefährdetes Gut.
Contessa Roberts arbeitete als promovierte Kunsthistorikerin, Archäologin und Ethnologin in der Kulturvermittlung und Forschung, entdeckte aber schon bald auch die Fotografie für sich. Dabei bewegt sie sich in abstrakt-strukturellen Räumen und spürt ebenfalls dem Phänomen der Veränderung nach. Sie ordnet ihre Motive in ungewohnten Sichtweisen und Kontexten an, um so Gewohntes aufzubrechen und unsichtbare Verwerfungen spürbar zu machen. Mit Literatur, Film und Musik als Inspiration findet sie ihre Motive in der Natur und im von Menschen geprägten Alltag, versucht zugleich aber das Mythische und Entwicklungen der Gesellschaft abzubilden.
Die Vernissage beginnt am Samstag, 4. Juli, um 17 Uhr. Die Ausstellung ist bis zum 26. Juli jeweils sonntags von 11 bis 17 Uhr in der Amthof-Galerie Bad Camberg geöffnet. Der Eintritt ist frei.